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Barfusslauf Die wohl
einfachste und sinnvollste Art, seine Lauftechnik zu verbessern, ist das
Barfusslaufen auf weichem Untergrund. Jeder, der einmal längere
Erfahrungen damit gesammelt hat, wird dies sicher bestätigen können. Der
Barfusslauf ist zu allererst eine "Wahrnehmungsschule"!
Fehlt der dämpfende Schuh werden die Stärken aber besonders die Schwächen
unseres Laufstiles und der dazu benötigten Muskulatur schon nach wenigen
Minuten recht gnadenlos aufgezeigt: Besonders die Muskeln des Fußes, mit der
wir eigentlich zu aller erst die Kräfte, die beim Bodenkontakt einwirken,
absorbieren müssen, werden anfangs schnell am Ende sein. Ebenso die
Unterschenkelmuskulatur - außen, innen und hinten. Schummeln zwecklos!
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Unsere Beinmuskulatur ist es gewohnt, sich durch das immer gleiche oder ähnliche Schrittabfolge auch immer nach gleichem Muster anzuspannen. Kleine Variationen sind nur durch das Gelände oder die Laufgeschwindigkeit möglich. Die Muskeln haben also eine exakte Vorstellung von dem, was da auf sie zukommt. Weicht unser Bewegungsablauf plötzlich deutlich von dem gewohnten ab, braucht es auch ein anderes Anspannungsmuster, um der Veränderung gerecht zu werden. Und zwar nicht nur innerhalb eines Muskels ("intramuskulär"), sondern auch innerhalb der ganzen Muskelkette, die für das Joggen nötig ist ("intermuskulär"). Die Muskulatur kennt sich anfangs einfach nicht aus,
Das Anspannungs- und Innervierungsmuster muss
daher neu geprägt werden. Die Muskeln müssen sich auf die geänderten
Bedingungen neu einstellen und neu koordinieren. Wer
darauf nicht Rücksicht nimmt, holt sich unweigerlich einen ordentlichen
Muskelkater oder Zerrungen vor allem an der Achillessehne und
der Wadenmuskulatur! |
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Wie beginnt man am besten, bloßfüßig zu laufen? Zuerst wäre es sinnvoll, sich einen minimalen Schutz zuzulegen, damit die Füße vor kleinen aber spitzen Steinen und Insektenstichen geschützt sind. Damit fällt einmal der Verletzungsstress weg. Sehr gut dafür geeignet sind sog. "Surfschuhe" aus Neopren. Sie erfüllen diese Bedingungen am besten und sind mit ca. € 10,- bis 15,- auch noch billig. Nachteil: Im Sommer ganz schön heiß! Dagegen kann man sich allerdings ein paar Löcher zum Ausdampfen hinein schneiden. Einen "Nike free" um € 100,- braucht kein Läufer dringend. Der hat mit dem Barfusslauf so viel zu tun, wie ein Carl Lewis mit dem Marathonlauf. Es empfiehlt sich, mit wenigen Minuten zu beginnen und immer wieder Gehpausen einzulegen, da sich der Laufstil im Vergleich zu dem mit Schuhen bei den meisten Läufern deutlich unterscheidet. Vor allem ausgeprägte Fersen- = Rückfußläufer werden schnell merken, dass die Ferse ziemlich hart ist und von sich aus kaum eine Dämpfung bietet. Die Kräfte werden einfach nach oben hin fast 1:1 weiter geleitet, bis sie im Kopf ankommen. Intuitiv stellt man auf den Mittelfußlauf um und setzt bald den Fuß "neutral", d. h. weder mit der Ferse noch mit dem Ballen auf. Denn so werden die Kräfte, die am gesamten Fuß einwirken, gleich deutlich besser von Muskeln, Sehnen, Bändern am Fuß und dem Sprunggelenk absorbiert. Manche werden sogar intuitiv auf den Vorfußlaufstil
(=Ballentechnik) übergehen. So
lauern aber schnell Überlastungssymptome am Fuß und Unterschenkel, da es in
der Regel an
Kraft der stabilisierenden Muskulatur mangelt. Auf alle Fälle aber sollte man
gut
aufgewärmt ans Barfusslaufen gehen. |
![]() Interessantes Schuhwerk.... |
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Wer im Urlaub die Gelegenheit nutzt und auf dem Sandstrand barfuss läuft, wird schnell merken, wie der weiche Sandboden die aufgewendete Kraft teilweise schluckt. Da ist es schlicht sinnlos, sich irgendeine Kilometerzeit vorzunehmen. Die längere Bodenkontaktzeit und kürzere Schrittlänge tun da ihr übriges. Aufgrund des
höheren Beugewinkels in Hüft- und Kniegelenk und des weichen
Untergrundes ist der Kraftaufwand in der Oberschenkelmuskulatur im Vergleich
zu "normalem" Untergrund um den Faktor 1,7 erhöht. |
Laufen auf Rasen Liegt, was die Anstrengung für die Muskulatur betrifft, zwischen dem normalen Lauf mit Schuhen und dem Barfusslauf auf Sand. Macht auf einem gut gepflegten Rasen eines Fußballfeldes oder einem schönen Golfplatz zur Morgenstunde viel Spaß. Selbstverständlich lassen sich barfuss auch alle möglichen Spielereien im Sinne eines "Lauf-ABC's" durchführen. Der Barfusslauf erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Es gibt inzwischen bereits ein paar Wettbewerbe dafür - auf Asphalt. Ob das im Sinne des Erfinders ist? Abschließend noch was: Sind Sie eigentlich Tetanus geimpft???
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© Erich Schwarz, Seefeld in Tirol